So lautete eine der Forderungen, die Georg Schneider, Regionssekretär der NGG während des Demonstrationszuges in Waldkraiburg in Richtung Südfleisch aufstellte. Rund 80 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer trafen sich am Donnerstag, den 19. Juli 2012, um ihren Anspruch auf gerechte Bezahlung bei guter Arbeit deutlich zu machen.
Im Schlachthof Südfleisch Waldkraiburg – Mutterkonzern Vion – stimmte es schon länger nicht. Unsicherheit bei den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, Subunternehmen, ausländische Beschäftigte mit Sprachbarrieren, die sich untereinander nur schwer verständigen können, niedrige Löhne, hier trifft alles zusammen, wogegen sich Gewerkschaften vehement wehren. Als über Nacht rund 170 Beschäftigte der Global Dienstleistung GmbH – ein Subunternehmen des Vion-Konzerns - auf der Straße standen, weil ihre Firma Insolvenz anmeldete, ging es darum, den Betroffenen so schnell wie möglich zu helfen. SPD Stadtrat und DGB Kreisvorsitzender Richard Fischer reagierte sofort, als er von der Lage der Arbeitnehmer erfuhr. Im gelang es, als Ansprechpartner für Alle, mit Hilfe seiner Gewerkschaftskollegen und privaten Dolmetschern die Forderungen der einzelnen schriftlich fest zu halten und in einen rechtlich formalen Kontext zu bringen.
Nicht genug, dass die Gekündigten über Nacht auf der Straße standen, nein, auch die Arbeitsverträge die ihnen von neuen Fremdfirmen angeboten wurden, entsprechen nicht den geltenden tariflichen Leistungen. Von einen Tag auf den anderen sollten diese Verträge unterschrieben werden. Das nahmen die Gewerkschaft NGG mit Georg Schneider an der Spitze und SPD Unterbezirksvorsitzender Richard Fischer, selbst Regionssekretär der IG BAU, zum Anlass, einen Demonstrationszug in Waldkraiburg zu organisieren. Am Donnerstag, den 19. Juli 2012 trafen sich Betroffene, Unterstützer und Gewerkschafter vor dem Rathaus in Waldkraiburg, um von dort in einem Zug in Richtung Schlachthof zu marschieren. Lautstark, mit Fahnen und Spruchbändern, zogen die Demonstranten durch die Straßen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
Vor den Toren des Schlachthofes stellten sich die ehemaligen Beschäftigten auf und forderten von ihrem alten Arbeitgeber gerechte Löhne, geregelte Arbeitszeiten und die Gleichbehandlung aller Beschäftigten. „Wir werden mit aller Kraft gegen ein Lohndumping in unserer Stadt ankämpfen“ sagte SPD Stadtrat Richard Fischer, „in unserem Grundgesetz steht die Würde des Menschen ist unantastbar. Wir kämpfen dafür, dass auch der Arbeit die Würde zurückgegeben wird“. Wichtig sei vor allem eine schnelle Hilfe für die Betroffenen, die völlig allein gelassen, ohne Einkommen dastehen. Darum kümmern sich die Gewerkschafter der NGG, unterstützt von zahlreichen SPD Mitgliedern, die auch beim Ausfüllen von Formularen und Zusammentragen von Daten halfen.