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Expertenteam am runden Tisch
Einen guten Querschnitt an Informationen und Wissensbereichen bot die Zusammensetzung einer Expertenrunde, die sich auf Einladung des SPD Unterbezirks beim Pauli Wirt in Erharting traf. Landtagsabgeordneter Florian Ritter, DGB Regionsvorsitzender Günter Zellner und Willi Engelmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Sichtweisen.
Bernd Wegmann, Moderator des Abends, konnte ca. 20 Teilnehmer begrüßen, die den interessanten Ausführungen folgten und sich anschließend rege an der Diskussion beteiligten. Wegmann wies in seinen Begrüßungsworten darauf hin, dass mit dieser Veranstaltung eine Reihe an Diskussionsforen ihren Anfang nimmt, die in unregelmäßigen Abständen mit unterschiedlichen Themen und Referenten stattfinden wird.
Darauf ging auch UB Vorsitzender Richard Fischer in seinen einführenden Worten ein. Damit beginne die Wahlkampfvorbereitung der SPD Mitglieder, um in verschiedenen Bereichen eine Meinungsbildung zu ermöglichen. Er erwarte sich vom stattfindenden Forum „Daten, Fakten, Perspektiven“ was die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Mühldorf betreffe. Die SPD ist bereit die Zukunft mitzugestalten und innovative Wege zu gehen.
MdL Florian Ritter sagte in seinem Einführungsreferat, dass die Region um Mühldorf großes Potential habe. Die Gefährdung besteht in seinen Augen in einer Infrastruktur, die in ihrer Entwicklung nicht mit kommt. Gerade eine funktionierende Infrastruktur sei maßgebend für ein wirtschaftliches Wachstum. Damit eine flächendeckende Infrastruktur erreicht wird, ist vor allem die bayrische Regierung gefordert. Ritter nannte verschiedene Bereiche, wie Energie, Breitbandversorgung, Bildung Verkehr, die vorrangig gefördert werden müssen. So sei z.B. die Ansiedlung einer Fachhochschule eine Möglichkeit, Fachkräfte in der Region zu binden und im Umfeld der Fachhochschule neue Betriebe zu etablieren. Im Zusammenhang mit Forschungsprojekten könnten kleine und mittelständische Unternehmen an die Region gebunden werden.
Willi Engelmann, Apotheker aus Waldkraiburg und Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk, berichtete von seinen Erfahrungen aus Waldkraiburg. Als Einleitung gab er einen kurzen Überblick zur Entstehungsgeschichte Waldkraiburgs von der Stadterhebung bis zum heutigen Stand. Mit rund 24 000 Einwohnern hat die Stadt ein großes Gewicht im Landkreis Mühldorf, denn jeder 4. Einwohner im Landkreis ist ein Waldkraiburger. Und trotzdem gibt es große Probleme, da viele Arbeitnehmer auswärts arbeiten und ihr Geld auch woanders ausgeben. Dadurch ergibt sich nur eine geringe Kaufkraft in der Stadt. Engelmann sieht die Region von der bayrischen Staatsregierung nicht genug gewürdigt, da hier ein großes Potential an CSU Stammwählern für gute Wahlergebnisse sorgt. Und damit von Seiten der Regierung kein Einsatz für mehr Entwicklung bestehe. Als besonders wichtig sieht er den Ausbau der A94 und den zweigleisigen Bahnausbau, sowie die Ausweisung von mehr Land zur Ansiedlung von Unternehmen. Da Waldkraiburg selbst nicht mehr viele Flächen zur Verfügung hat, muss auf Land vom Freistaat zurückgegriffen werden. Doch mit den hohen Kosten pro Quadratmeter die Waldkraiburg an die Regierung zahlen muss, kann keine Wettbewerbsfähigkeit erzielt werden.
Die Bezeichnung ländlicher Raum ist nach Ansicht von Günter Zellner, DGB Regionsvorsitzender, nicht mehr zutreffend, da im Südostbayrischen Raum viel Industrie angesiedelt ist. Die Planungsregionen sollten in dieser Hinsicht endlich einmal neu überdacht werden und nicht nur mit Blick auf ein Superwahljahr neue Versprechungen gemacht werden. Auch er sieht die Verkehrsanbindungen durch die Bahn und die Autobahn als grundsätzliche Voraussetzung zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Durch gute Bildungsangebote sollen in Zukunft Fachkräfte an die Region gebunden werden. Aber auch die Probleme mit der Leiharbeit nehmen zu und hier sind die Gewerkschaften gefordert, ihre Positionen zu stärken und dafür zu sorgen, dass für gute Arbeit auch gerechte Löhne gezahlt werden. Günter Zellner ist der Ansicht, dass in Zukunft kreative Ideen gefragt sind, neue Wege gegangen werden müssen und dieser Fortschritt nicht von Bedenkenträgern gestoppt werden darf.
Am Ende beschloss Florian Ritter die Diskussionsrunde mit dem Resümee, dass ein Politikwechsel in Bayern nötig ist, um wieder eine gerechte Politik für ganz Bayern zu erreichen.