Wer sein Kreuz bei der SPD macht, braucht danach keines mehr zu tragen

Veröffentlicht am 05.07.2012 in Unterbezirk

Mit diesen Worten beendete Florian Pronold am Donnerstag, den 5. Juli 2012 seinen Vortrag im Festzelt in Waldkraiburg. Kurz gesagt, er nahm kein Blatt vor den Mund und rechnete mit der bayrischen Staatsregierung, im Besondern mit Horst Seehofer, gnadenlos ab.

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Der Tag hatte heiß und schwül begonnen, ebenso war auch der Abend. Pronold begrüßte die Zuhörer im Festzelt nicht als Politikinteressierte sondern als Saunagäste. ?Wer heute den Weg ins Zelt gefunden hat, der gehört zum harten Kern der Sozialdemokratie?, sagte der bayrische Landesvorsitzende zu Beginn seiner Rede. Als Einstieg nannte er  Wilhelm Hoegner, den 1. SPD Ministerpräsidenten Bayerns als Vater der bay. Verfassung. Die Originalurkunde sei in keinem Archiv in München auf zu finden. Pronold gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich erst mit der Regierungsübernahme durch die SPD das Original wiederfinden wird, weil dann endlich die richtigen Leute lesen können und die Worte richtig verstehen werden.

Bernd Wegmann, 1. Vorsitzende SPD Waldkraiburg

Die bay. Verfassung lebt von ihrer Toleranz – damit spannte Pronold den Bogen vom CSU Bundestagsabgeordneten Mayer hin zum türkischen Imam in Waldkraiburg. Er griff die Ablehnung des Bauvorhabens einer Moschee in Waldkraiburg auf und forderte alle auf, nicht zu vergessen, dass Toleranz auch Rechte und Pflichten von beiden Seiten fordert. Wer bei uns lebt, muss mit eingebunden werden, soll abstimmen dürfen, mit wählen, mitreden. Wer Otto von Habsburg, der 3 Staatsbürgerschaften besitzt, ins Europaparlament schickt, um bayrische Politik zu vertreten, muss auch im eigenen Land die Toleranz besitzen, ausländischen Mitbürgern ihre Rechte zu zugestehen.

Florian Pronold, 1. Vorsitzender SPD Bayern

Ein zweites lokales Thema griff Florian Pronold mit der Situation der Beschäftigten der Firma Südfleisch auf. Er wies darauf hin, dass der Mindestlohn in der bayrischen Verfassung verankert sei. Sogar Papst Benedikt VIX , der seine Wurzeln ja in unserer Gegend hat, spricht von der Würde der Arbeit. Wo bleibt aber die Würde, wenn man nach 8 Stunden Arbeit zum Sozialamt muss, weil das Geld zum Leben nicht reicht. Pronold regte an, einmal aus zu probieren, was passiert, wenn einen Tag alle Manager streiken würden – Nichts! Würden aber alle Arbeiter streiken, alles bliebe stehen. SPD Unterbezirksvorsitzender Richard Fischer versucht mit seinen Gewerkschaftskollegen seit einer Woche den Beschäftigten alle nur mögliche Unterstützung zukommen lassen.

vl. Reinhard Babiak, Florian Pronold, Markus Schwaiger, Günther Zellner, Richard Fischer

Pronold sprach ein großes Spektrum an Themen an, vom Betreuungsgeld, über die Energiewende bis hin zur politischen Lage in Europa. Er betonte, dass eine einheitliche Währung für die deutsche Wirtschaft enormen Profit bringt. Im eigentlichen Sinn ist die Schuldenkrise in Europa ja eine Bankenkrise. Pronold sieht es als historische Aufgabe des 21. Jahrhunderts die Finanzmärkte in die Schranken zu weisen.

Zurück in Bayern, bezeichnete der SPD Landesvorsitzende, Ministerpräsident Horst Seehofer als Reinkarnation von Robin Hood, der in seinem gelobten Land laut und kräftig Poltert, sich in Berlin jedoch eher kleinlaut gibt. Er sieht Christian Ude als die bessere Alternative für Bayern, einen Demokraten, der die Bedürfnisse der Bürger achtet. „Die CSU hat den Chiemsee nicht selbst ausgehoben und damit die Alpen aufgeschüttet, auch wenn sie uns das gerne glauben lassen möchte“, so Pronold. Er bedauere die CSU Abgeordneten in Berlin und Bayern, da sie sich nie sicher sein können, ob Seehofer nicht schon wieder seine Meinung geändert hat. Da ist es schwer, eine gemeinsame Politik zu vertreten. 

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das stand im OVB

 

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