Am Donnerstag, dem 1. Juli, organisierten die Jusos der Unterbezirke Mühldorf und Altötting in Mühldorf gemeinsamen einen Vortrag über Politikverdrossenheit. Als Referent war Lars Düsterhöft eingeladen, Mitglied des Arbeitskreises "Starke Demokratie" im Willy-Brandt-Haus. Anhand einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung legte er den rund zehn Gästen das Thema Politikverdrossenheit dar, verdeutlichte mit Hilfe drastischer Umfrageergebnisse die Einstellung der Deutschen auch zur Stellung der Demokratie.
Dass die Wahlbeteiligung an den Bundestagswahlen in den letzten Jahrzehnten um etwa 20 Prozent abgenommen hat, überrascht inzwischen ebenso wenig wie das stetig sinkende Vertrauen der Bürger in die Parteien. Dagegen fällt einem schon eher ins Auge, dass ein Großteil der Bevölkerung Zweifel daran hat, ob unsere Demokratie überhaupt noch funktioniert, und vor allem die mangelnde soziale Gerechtigkeit in unserem Land kritisiert. So fühlen sich fast 60 Prozent der Deutschen ungerecht behandelt. Auch kennzeichnet die Umfrageergebnisse aus, dass Ostdeutsche durchschnittlich ein negativeres Verhältnis zur Demokratie haben als Westdeutsche oder dass sozial Schwache eher bereit sind die Wahlurne zu meiden als Besserverdienende. Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass die Vermögenssteuer, eine politische Herzensangelegenheit der Jusos, den Wähler kaum interessiert. Für ihn zählt dagegen eine ausreichende Zahl an Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Die anwesenden Jusos und auch alle anderen Gäste waren sich darüber einig, dass das Vertrauen in die Politik nur durch thematisch wirksame Öffentlichkeitsarbeit vor Ort sowie durch eine aktivere Einbindung der Parteibasis in die politischen Angelegenheiten erreicht werden kann."